CARTIQUE | Porsche 935 Kremer K3

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Über das Unternehmen & Fahrzeug:

Die Geschichte des Automobils steckt voller einzigartiger Meilensteine. Jene Meilensteine, die ganze Epochen prägten, Legenden welche die Rennstrecken dieser Welt dominierten und die Speerspitze des technisch Machbaren repräsentierten. Und damals wie heute, erzeugen all jene Fahrzeuge eine geradezu magische Anziehungskraft, die der Hauch des Besonderen umgibt. Von malerischen Bugatti Vorkriegs Klassikern, über legendäre Langstrecken-Ikonen vom Schlage eines Ferraris 512M, bis hin zu aktuellen Hypersportwägen.

Mit CARTIQUE by Mechatronik, widmen wir uns eben jenen Ikonen, abseits unserer Mechatronik Kernmarke Mercedes-Benz. Bereits seit über 10 Jahren wurde dieser Bereich durch unser Schwesterunternehmen "Oldtimer Land" betreut, welches nun als "CARTIQUE by Mechatronik" unter neuem Namen weiter in den Fokus rückt.

Der Porsche 935 Kremer K3

Noch heute verbinden viele von uns den Namen Walter Wolf hauptsächlich mit Ölgeschäft und selbstgemachtem Erfolg, Formel 1 und die goldenen 1970er Jahre. Und das zu Recht. Er war jedoch nicht nur Besitzer einiger der faszinierendsten Supersportwagen dieser Zeit, sondern auch ein begeisterter Fahrer.

Wolf wurde am 5. Oktober 1939 in Graz, Österreich, geboren und geriet damit in unruhige Zeiten in Europa. 1951 zog die Familie in Richtung Wuppertal. Von dort wanderte Walter Wolf 1958 nach Kanada aus, später erhielt er die kanadischen Staatsbürgerschaft. In Kanada begann Walter Wolf zunächst eine sportliche Karriere als Mitglied der kanadischen Ski Olympia Mannschaft und nahm an den Olympischen Winterspielen in Innsbruck 1964 teil.

Aus einer eher kleinbürgerlichen familiären Umgebung stammend, entpuppte sich Walter Wolf bald als sehr erfolgreiche selbständige Führungskraft, zuerst im Baugewerbe, später in der Ölindustrie. Selbst aus der Ölkrise Anfang der 70er Jahre schaffte Wolf durch Geschick Profit zu schlagen. Und wie viele Geschäftsleute handeln, sobald ein entsprechendes Vermögen angehäuft wurde, handelte auch Wolf. Man sucht nach den richtigen Spielzeugen, um das hart verdiente Geld auszugeben und Walter Wolf hatte ALLE Spielzeuge in dieser Welt!

Wolf war ein großer Fan der damaligen Formel 1 und wurde bald ein regelmäßiger Besucher von fast jedem Formel-1-Rennen in den frühen 1970er Jahren. 1976 war es soweit. Als sich die Gelegenheit bot, 60% von Frank Williams Racing Cars zu kaufen, schlug Wolf zu. Frank Williams leitete weiterhin  als Manager die Geschicke des Teams. Außerdem kaufte Walter Wolf das Inventar des Hesketh-Teams, welches sich kurz zuvor aus der Formel 1 zurückgezogen hatte. Das Team mit Sitz in Williams, Reading, verwendet die meisten Autos, damals genannt Wolf-Williams, und Ausrüstung, die einst Hesketh Racing gehörte.

Nach einer recht erfolglosen ersten Saison, mit den Fahrern Jacky Ickx und Michel Leclere, entschied Walter Wolf, dass das Team eine Umstrukturierung nötig hatte. Frank Williams wurde als Manager  durch Peter Warr ersetzt. Obwohl es bereits vielversprechend aussah, Jody Scheckter angeheuert zu haben, erwartete niemand, dass Walter Wolfs Team in der Saison 1977 das erstes Rennen bereits in Argentinien gewinnen würde. Scheckter gelangen weitere sensationelle Erfolge, unter anderem der Sieg in Monaco und auch - sehr wichtig für Walter Wolf - den großen Preis von Kanada, nicht zu vergessen sechs weitere Podiumsplatzierungen, die ihm den zweiten Platz nach Niki Lauda in der Weltmeisterschaft bescherten. In der Konstrukteurs Meisterschaft belegte das Walter Walter Racing Team einen ebenfalls sensationeller 4. Platz. In den folgenden Jahren konnte das Team von Wolf nicht an den bisherigen Erfolgen anknüpfen und schließlich wurde Walter Wolf Ende 1979 selbst müde von seinem jahrelangen Hobby und verkaufte das Team an Emerson Fittipaldi, während er sich gänzlich aus der Formel 1 zurückzog.

Als noch immer berühmter ehemaliger Formel-1-Teambesitzer, besuchte Wolf Ende 1979 Kremer Racing auf der Suche nach einem neuen Spielzeug. Die Anforderungen waren hoch, schließlich musste sein eigens gebauter Lamborghini Countach LP400 S durch etwas ersetzt werden.  Etwas Spezielleres und - natürlich - viel schnelleres.

Nach seiner langjährigen Lamborghini Phase entschied er, dass ein Porsche 935, einer der erfolgreichsten Rennwagen aller Zeiten und diesjähriger Gesamtsieger der 24h Le von Mans, recht gut seinen Anforderungen entsprechen könnte. Es schien jedoch völlig ausgeschlossen, das Porsche-Werk a) zu überzeugen, ihm eines seiner Entwicklungsmodelle zu verkaufen und b) den Wagen straßenzulässig zu bekommen ! Und da kam Kremer Racing ins Spiel. Porsche zögerte Anfangs, ihre Evolution-Modelle zu verkaufen, einige Teams entwickelten jedoch eigene Ideen, insbesondere Kremer Racing aus Köln. Im Jahr 1976 hatten sie einen 935 K1 und 1977 einem Kunden den 935 zum K2 umgebaut. 1979 führten sie den 935 K3 ein ("Kremer Typ 3" das Derivat des erfolgreichen K2). Vor allem von Klaus Ludwig gefahren, gewann er 1979 die 24 Stunden von Le Mans und schlug sogar alle Prototypen im Regen. Zweiter wurde ein Werks 935, gefahren von Rolf Stommelen, unterstützt von Teambesitzer Dick Barbour und Schauspieler Paul Newman.

Kremer Racing, in Zusammenarbeit mit Ekkehard Zimmermann stimmten Wolfs absolut verrückter Bestellung zu und realisierten seine Vorstellungen. Als er schließlich seinen neuen, einzigartigen straßenzugelassene Kremer K3 Le Mans in Empfang nahm, war folglich die Freude groß. 98% identisch mit dem K3, welcher 1979 in Le Mans gewann versicherte ihm Kremer. Das Auto hatte (und hat immer noch) einen 2,85-Liter Twin-Turbo, Doppelzündung 6-Zylinder-Boxer-Motor mit 740 PS bei 8.000 U/min, sowie ein  4-Gang 930/30-Getriebe mit Le-Mans-Übersetzung !. Für die Karosserie verwendete Kremer / Zimmermann originale K3 Kevlar Karosserieteile, die Reifen wurden von Goodyear handgefärtigt und auf originalen BBS Rennrädern in den Dimensionen 11x16 vorne montiert und 14,75x19 hinten montiert. Die Entwicklung der neuen Abgasanlage dauerte nur knapp sechs Monate! Das Fahrwerk wurde mit speziellen Bilstein-Dämpfern modifiziert und die Bodenfreiheit von 5 cm auf 10 cm erhöht, da Walter Wolf sein neues Fahrzeug für Hochgeschwindigkeitsreisen in ganz Europa verwenden wollte und dies die "Alltagstauglichkeit" zusätzlich erhöhte. Für das luxuriöse Interieur verwendete Receptor Recaro Sitze und Teile aus dem 930 Turbo. Alles wurde in dunkelblaues Leder gekleidet, kombiniert mit rotem Keder.

Lackiert wurde der Wagen in Wolfs spezieller dunkelblauen Farbe mit roten Streifen. Auch das berühmte Logo durfte natürlich nicht fehlen. Vor der Auslieferung testete Erwin Kremer dieses Fahrzeug auf der deutschen Autobahn mit 338 km/h Höchstgeschwindigkeit, ein gutes Argument, um seinem Kunden die letzte Rechnung zu schicken. Alles in allem kostet die Realisierung seines Traumwagens Walter Wolf nicht weniger als 375.000.- Deutsche Mark, das waren 1980 ca. 800,000.- $.

Wolf, ein Mann, der immer seine Ziele erreicht, konnte tatsächlich eine Fahrzeugregistrierung erhalten, Die Zulassug erfolgte in Alberta, Kanada mit dem Kennzeichen "DJD 639". Natürlich nutzte er diese Kennzeichen auch, um mit seinem Monster durch Europa zu reisen. Wolf verwendete seinen Kremer K3 Le Mans dennoch sparsam und nur bei besonderen Anlässen. 1987 trennte er sich schließlich von seinem K3 und verkaufte ihn an den Schweizer Ex-Rennfahrer und Auto-Sammler Angelo Pallavicini, der ihn direkt in seinem privaten Museum ausstellte. Die Straßenlizenz war bereits am 31. Januar 1986 abgelaufen.

Im Besitz von Angelo Pallavicini lebte der Kremer K3 Le Mans in seinem privaten Museum über all die Jahre ein unbehelligtes Leben. Im Jahre 2013 erfolgte dann schließlich der Verkauf an die CARTIQUE GmbH in Pleidelsheim. Walter Wolfs Kremer K3 hat nur originale 10.124km auf dem Kilometerzähler. Der Wagen befindet sich vollumfänglich in dem Zustand, wie er Walter Wolf im Jahr 1980 ausgeliefert wurde. Selbst die Vorderreifen sind noch eben jene, die bereits bei der Auslieferung montiert waren.

Diese Kremer K3 Le Mans wird mit dem Original Fahrzeugzulassungszertifikat, den Zollpapieren für die Schweiz und den EU Importdokumenten geliefert. Nach einer technischen Inbetriebnahme ist dieses legendäre Einzelstück bereit, seinem neuen Besitzer ein unvergleichliches Fahrerlebnis zu bescheren, vorausgesetzt dieser besitzt den Mut hierfür. Natürlich kann niemand die Zeit zurückdrehen. Mit dieser Zeitkapsel kommt man dem jedoch so nah als möglich.

Porsche 935 Kremer K3

  • Baujahr: 1979
  • Lackierung: Dunkelblau
  • Interieur: Leder | Blau
  • Schaltung: Manuell
  • Kilometerstand: 10.124 KM
  • Leistung: 740 PS
  • Kraftstoff: Benzin
  • Preis: Auf Anfrage
Verbrauch: 21,4 l nach Richtlinie DIN 70030, ermittelt bei 3/4 der Höchstgeschwindigkeit, maximal 110 km/h, unter Zuschlag von 10 %