Ferrari 250 GT Berlinetta Competizione

  • Zertifiziert durch Ferrari Classiche
  • Vollrestaurierung auf Weltklasseniveau
  • Seltene Competizione Ausführung
  • Original Alu-Karosserie & Matching Numbers
  • Berechtigt für die Tour Auto und Le Mans Classic
Baujahr:1960
Lackierung:Grigio scuro
Interieur:Leder rot
Schaltung:Manuell
Kilometerstand:52.989
Leistung:283 PS
Kraftstoff*:Benzin
Preis:Auf Anfrage

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Der Ferrari 250 GT Berlinetta Competizione

Die dunkelgraue Pastellfarbe „Grigio Scuro” war eine charismatische Wahl für zeitgenössische Modelle aus Maranello – verlieh sie doch eine Tiefe an Eleganz und Raffinesse, wo andere Töne eher zu aufdringlich oder oberflächlich wirkten. Sie wurde von Ferrari in den Neunzigern zusammen mit einigen weiteren Tönen aus der historischen Farbpalette wiederbelebt. Doch wo könnte das betörende Retro-Grau noch begehrenswerter erstrahlen als auf den sinnlichen Kurven eines klassischen Sportboliden? Ein Blick auf diese fabelhafte Ferrari 250 GT Berlinetta von 1960 gibt eigentlich schon die Antwort. Als Bewunderer klassischer GT-Sportwagen würde man zunächst einmal jeden Ferrari 250 GT SWB nehmen – egal in welcher Farbe und Spezifikation. Obwohl speziell privilegierte Sammler immer schon nach den selteneren, nur 52 Mal gebauten Competizione-Modellen in Aluminium Ausschau gehalten haben. Dieses Auto mit Chassisnummer #1953GT ist genau solch ein Diamant. Nach einer stürmischen Vergangenheit präsentiert sich der Wagen nun so makellos wie am Tag, an dem er aus dem Werkstor von Maranello rollte. Mit intakter und originaler Scaglietti-Karosserie, Original-Motor sowie passendem Antriebsstrang und in der ursprünglichen Farbe Grigio Scuro, kombiniert mit rotem Lederinterieur. Und man muss zugeben: Dieser Ferrari verströmt den dezenten Glamour eines goldenen Zeitalters des 20. Jahrhunderts. Und legt nicht nur ein strahlendes Zeugnis von den Handwerkskünsten und mechanischen Fähigkeiten seiner Väter, sondern auch von jenen Spezialisten ab, die nun innerhalb von zwei Jahren die makellose Restaurierung der Karosserie, des Innenraums und der mechanischen Komponenten durchgeführt haben: Carrozzeria Zanasi aus Maranello und Joe Macari Performance Cars aus London. Für viele Enthusiasten und Sammler markiert der 250 GT Berlinetta Competizione den Höhepunkt der ersten zwanzig bis 25 Jahren der Ferrari-Historie. Der spätere Ferrari 250 GTO mag mit seinen noch verführerischen und vor allem aerodynamischeren Kurven bis heute ganz oben in der Ruhmeshalle thronen – doch die leitende Hand der Designer von Pininfarina stellte sicher, dass die bei Scaglietti in Modena hergestellten Karosserien auch anspruchsvollen Augen extrem schmeichelten. Jene, die das Glück hatten, ein solches Kleinod zu besitzen, erfreuten sich natürlich nicht nur an der puren Schönheit. Die V12-Coupés blicken auf eine veritable Erfolgsbilanz im Rennsport zurück – darunter 1961 der Gewinn der GT-Klasse der Marken-Weltmeisterschaft, eine Reihe von Siegen bei der RAC Tourist Trophy in Goodwood und drei Gesamtsiege in Folge bei der Tour de France Automobile. Der große Sir Stirling Moss OBE war im dunkelblauen 250 GT SWB von Rob Walker einer der Protagonisten der Ferrari-Renngeschichte, mit Siegen in Goodwood, Brands Hatch, Nassau und auf zahlreichen weiteren Rennstrecken. Seine oft zitierte Einschätzung, das ikonische Coupé sei neben seinen Qualitäten auf der Piste auch noch „Ferraris bester Straßensportwagen aller Zeiten“, spiegelt die zwei Seelen in der Brust dieses Vollblut-Sportwagens wider. Er war eben ein Straßensportwagen, mit dem man zur Rennstrecke fahren und dann gewinnen konnte – zumindest, wenn man ein wenig vom Talent des Meisters geerbt hatte! Auch wenn der Ferrari 250 GT Berlinetta primär für Rennsporteinsätze homologiert wurde, so entstanden neben den Competizione-Modellen auch Lusso-Versionen mit Stahlkarosserien für den Einsatz im öffentlichen Straßenverkehr. Allen gemeinsam war die aktuellste Evolution des legendären 60 Grad-V12 aus der Feder von Motorenguru Gioacchino Colombo – mit Zylinderköpfen zur Montage von sechs Weber-Doppelvergasern. Man öffne einmal die Haube eines 250 GT Berlinetta Competizione, ergötze sich an den hochglanzpolierten Ansaugtrompeten – und stelle sich vor, wie ungemein exotisch dieser glorreiche Motor auf Beobachter gewirkt haben muss.

Dieser 1960 an einen offensichtlich anspruchsvollen italienischen Kunden ausgelieferte 250GT SWB ist eines der seltenen Competizione-Modelle, doch die angebrachten Stoßstangen lassen vermuten, dass der Besitzer primär den Straßeneinsatz im Sinn hatte. Zumal es auch keine Aufzeichnungen über frühe Renneinsätze gibt. Dieser erste Besitzer wird in der Dokumentation von Ferrari Classiche als Dr. Cesare Marchi aus Florenz geführt, ein früherer Leiter der heutigen Marchi Industriale Chemiegruppe, deren profitable Ursprünge in der Weiterverarbeitung von Pferde- und Rinderknochen lagen. Es bleibt dann im Unklaren, warum Dr. Marchi sein neues Spielzeug nach nur wenigen Monaten schon wieder abstieß. Doch wir kennen den zweiten Besitzer, einen Gentleman namens Angelo Roma aus Mailand, der die Berlinetta dann immerhin über ein Jahrzehnt lang behielt. In den frühen Siebzigern fand der Ferrari dann den Weg nach Kalifornien, wo er durch die Hände diverser Sammler wanderte. In dieser Phase wurde der Motor vom Auto getrennt. Einmal verkauft, wanderte dieser in einen 250 GT Tour de France und dann in einen anderen 250 GT Competizione. Erst 2017, als eine zweijährige Restaurierung des Wagens mit Chassisnummer #1953 begann, sollte der V12 wieder an seinen angestammten Einsatzort zurückkehren. Seit den späten Siebzigern stand die motorlose Berlinetta zunächst in Langzeitlagerung bei Robert Binswanger aus Atlanta, ehe bei Wayne Obrey von Motion Products zwischen 1991 und 1994 eine Restaurierung anstand, in deren Zuge dann der Motor eines 250 Lusso eingepflanzt wurde. In jener Zeit wurde das Auto im lebhaften Gelbton „Giallo Fly“ neu lackiert und innen mit schwarzem Leder bezogen. Zugleich wurde ein Rechtsstreit über die Eigentümerrechte ausgefochten und gewonnen – ein typisches Phänomen der aufgeheizten Klassiker-Blase jener Zeit! Das weitgereiste Coupé verbrachte  ab 1994 eine Zeit in Kentaro Katos „Museo del Cavallino“ in Japan, ehe es in den späten 2000er Jahren zunächst noch einmal kurz nach Kalifornien und schließlich zurück nach Europa kam. Für den überwiegenden Teil des letzten Jahrzehnts trat der im Besitz eines englischen Enthusiasten befindliche gelbe Ferrari mit dem coolen Nummernschild „ENZ 250“ dann bei diversen historischen Rennen auf, darunter der Spa Classic und dem Goodwood Revival. Unter den namhaften Piloten: Ex-Formel 1-Fahrer und -Teamchef Jackie Oliver und Red Bull-Teamchef Christian Horner. Der aktuelle Eigner erwarb den weit gereisten Ferrari im Jahre 2016. Nach Abschluss der jüngsten Restaurierung ist nun der Zeitpunkt für einen neuen Besitzer gekommen, das nächste Kapitel in der Geschichte dieses besonderen Ferrari 250 GT SWB zu öffnen.