Mercedes-Benz W198 300 SL Roadster

  • Originale Farbkombination
  • Umfangreiche Dokumentation
  • Übergabe inklusive Service & TÜV
Baujahr:1960
Lackierung:158 Weissgrau
Interieur:1079 Leder rot
Schaltung:Manuell
Kilometerstand:78.750 KM
Leistung:215 PS
Kraftstoff*:Benzin
Preis:1.075.000,- € (keine MwSt ausweisbar)

* Verbrauch: 17,3 l nach Richtlinie DIN 70030, ermittelt bei 3/4 der Höchstgeschwindigkeit, maximal 110 km/h, unter Zuschlag von 10 %

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Der Mercedes-Benz W198 300 SL

Kein anderer Sportwagen hat eine Aura wie der Mercedes-Benz 300 SL, kein Detail der Automobilgeschichte besitzt einen Wiedererkennungswert wie die Flügeltüren des Coupés. Technisch ist die Benzin-Direkteinspritzung des Sechszylinders eine Weltneuheit beim Viertaktmotor. Das Rückgrat des 300 SL bildet ein besonders verwindungssteifer Gitterrohrrahmen, der dem Rennwagen von 1952 entliehen ist. Darüber schwingen sich die Karosserierundungen, unverwechselbar gestaltet von Chefstilist Friedrich Geiger. Er machte sich seit den 30er-Jahren einen Namen als Mercedes-Formgestalter für Traumwagen. Das Erfolgsrezept des 300 SL ist die stimmige Mischung aus raubeinigem Rennsportcharakter und solider Serienbauweise mit einem Schuss Luxus und Avantgarde. Unter der Motorhaube mit den zwei markanten Wölbungen („Powerdomes“) steckt der Dreiliter-Motor mit Trockensumpfschmierung, um 45 Grad nach links zur Seite geneigt. Die hängenden Ventile werden über eine Nockenwelle gesteuert, die von einer Duplexkette angetrieben wird. Mit der Sportnockenwelle, einer häufig bestellten Option, leistet der Reihenmotor 215 PS. In der Basisversion sind es nur 190 PS. Ohne Option ist dagegen das Getriebe: Für den 300 SL gibt es nur ein Viergang-Schaltgetriebe. Mit der Serienversion erreichte der 300 SL eine Spitzengeschwindigkeit von 228 km/h. Den Sprint aus dem Stand auf 100 km/h erledigte der Sportwagen in 9,3 Sekunden. Das Fahrwerk übernahmen die Mercedes-Entwicklungsingenieure vom Rennsportwagen und vom Prototypen aus dem Jahr 1953: die Einzelradaufhängung mit Doppel-Querlenkern vorn und eine Schwing-Pendelachse hinten. Verzögert wurde über eine Trommelbremsanlage. Scheibenbremsen, die bei Jaguar bereits auf Oktober 1954 zur Serienausstattung gehörten, gab es erst ab März 1961 beim 300 SL Roadster. Trotz des aufwändig in Handarbeit gefertigten Gitterrohrrahmens, der aus dünnen Stahlrohren zusammengeschweißt wurde, war das Coupé mit 1.310 Kilogramm verhältnismäßig schwer. Die Stahlbleche für die Karosserie, Stoßstangen, den Bremskraftverstärker, die Heizung, Dämmmaterial und die Innenausstattung für den Serien-SL fordern ihren Tribut. Zum Vergleich: Der Rennsportwagen wog mit der Leichtmetallkarosserie nur 1.060 Kilogramm. Um das Gewicht der Serienversion zu senken, experimentierten die Ingenieure beim W198 mit Leichtbau. Mit der Leichtmetallkarosse, deren Form dem herkömmlichen Typ entsprach, verringerte sie das Leergewicht auf 1.203 Kilogramm. Doch mit 29 Exemplaren, die meisten gebaut im Jahr 1955, blieb das „Alu-Coupé“ eine Miniserie. Dagegen blieb das Exemplar mit Kunststoffkarosserie aus GfK ein Einzelstück (Chassisnummer 198 040-55 00028). Lange Zeit galt „Sport Leicht“ als Auflösung des Buchstabenkürzels. Doch anlässlich des 60-jährigen Modelljubiläums wurde im Werksarchiv ein Dokument entdeckt, in dem die Abkürzung als „Super Leicht“ aufgelöst wurde. So wurde der Rennsportwagen auf der Einladung zur Pressepräsentation 1952 bezeichnet, die mit dem Namen von Rudolf Uhlenhaut, damals Chef der Versuchsabteilung, gezeichnet ist. Der Ingenieur wird als „Vater des 300 SL“ bezeichnet.

1957 folgt der offene 300 SL Roadster mit der gleichen Antriebstechnik wie das Coupé. Das Fahrwerk war allerdings verbessert worden. Die Hinterräder waren jetzt an einer Eingelenkpendelachse mit tiefgelegtem Drehpunkt geführt, was die Straßenlage stark verbessert. Zusätzlich wurde die Spurweite vorn und hinten vergrößert. Der Testredakteur von auto motor und sport schrieb begeistert: „Vom Fahreindruck her ist der 300 SL Roadster eines der erstaunlichsten Autos, das je in Serie gebaut wurde“. Ab März 1961 gehörten Scheibenbremsen vorn und hinten zur Serienausstattung. Viele 300 SL Roadster wurden später darauf umgerüstet. Der Gitterrohrrahmen wurde an den beiden Seiten nach unten gezogen, so dass der Einstieg über konventionell angebrachte Türen wesentlich einfacher war. Außerdem bekam die markante Frontpartie ein Facelift: Statt der runden Scheinwerfer verfügt der Roadster über senkrechte, rechteckige Leuchteinheiten für Scheinwerfer und Blinker. Das Tankvolumen wurde von 130 auf 100 Liter verringert. Das Verdeck war ein Meisterwerk von Stilist Friedrich Geiger: Es galt seinerzeit als das am einfachsten von Hand zu bedienende Verdeck. Ab September 1958 konnte man zum Aufpreis von 1500 Mark ein Stahlhardtop (Coupédach) als Zusatzausstattung kaufen. Der 300 SL ist Mitte der 50er-Jahre „ein Fahrzeug, das den Namen Mercedes-Benz wieder vergoldet“. Der zweisitzige Sportwagen folgte damit ab dem ersten Entwicklungsschritt einer klaren Strategie: Der 300 SL sollte ein neues Markenimage prägen und damit den wichtigen US-Markt zu öffnen. Die New York International Automobile Show war bewusst als Ort für die Weltpremiere am 6. Februar 1954 ausgewählt worden. Gebaut wurde der W198 zunächst als geschlossenes Coupé wie der zwei Jahre zuvor der Rennsportwagen (W194). Seine Flügeltüren sind ab dem ersten Einsatz bei der Mille Miglia im April 1952 ein gut in Szene gesetztes Spektakel. Doch gerade beim Seriensportwagen sorgen sie für eine Komforteinbuße. Erst für den Roadster kann der Gitterrohrrahmen aus dünnen Stahlrohren ohne Einschränkung der Steifigkeit so verändert werden, dass die Türen konventionell eingebaut werden können.

Der hier angebotene Mercedes-Benz 300 SL Roadster wurde 1960 in der hier zu sehenden Farbkombination fertiggestellt und nach New York in die USA ausgeliefert, wo er von seinem Erstbesitzer übernommen wurde. Dieser hielt den Wagen bis 1974 in seinem Besitz. Im Mai jenen Jahres erwirbt Mr. Kanett aus Evanston, Illinois das Fahrzeug. Dieser erfreute sich bis 2008 an seinem 300 SL Roadster und nutzte das Fahrzeug über die Jahrzehnte in schöner Regelmäßigkeit. Die uns vorliegende originale Wartungshistorie gibt hierüber detailliert Auskunft. Über 3 Jahrzehnte hinweg wurde dieser Wagen lückenlos und stellenweise mehrfahr jährlich einem Service unterzogen. Eine solch lückenlose und zweifelsfrei vorblildliche Werkstatthistorie sauber abgeheftet sehen selbst wir äußerst selten. Es ist ersichtlich, dass Mr. Kennett den Wagen bis zum Verkauf 2008 durchgängig in einem technisch einwandfreien Zustand hielt. Im Herbst 2009 wird der Wagen schlussendlich verkauft und nach Deutschland importiert. Die deutsche Zulassung auf seinen neuen Besitzer, wohnhaft in Halle/Westfalen erfolgt am 1. Juli 2010. In den folgenden Jahren wird der 300 SL bei zahlreichen Veranstaltungen eingesetzt. Zeitgleich investiert der Besitzer rund 100.000,- € in den Erhalt und Optimierung des Roadsters. Im November 2012 wurde der Innenraum aufwendig überholt. Es wurden unter anderem der Innenraum neu lackiert und sind die Sitze neu gesattelt, sowie der Teppich erneuert. Schon vier Monate später, im März 2013, wurden die Arbeiten fortgeführt. Neben diversen Karosseriearbeiten an dem immer noch nahezu vollständig originalen Fahrzeug, unter anderem in den Radhäusern und am Verdeckkasten, wurde die Karosserie für eine Komplettlackierung vorbereitet. Anschließend wurde der Roadster wieder im Originalfarbton neu lackiert. Im gleichen Zuge wurde das Getriebe komplett zerlegt, geprüft und revidiert. Die Lager wurden dabei, wie die Simmerringe, Dichtungen und die Sperrsteine, erneuert. Des Weiteren sind die Ventile eingestellt worden, die Zündspule und der Verteiler erneuert. Zusätzlich wurde der Lichtmaschinenregler, genauso wie die sechs Einspritzdüsen überholt. Im September folgte die Neuverchromung der Anbauteile. Im Mai 2015 wurde der Motor generalüberholt. Neben dem Hohnen des Blocks sind die Kolben, die Steuerkette, die Ventile, die Pleuel- und Kurbelwellenlager, die Ventilfedern und die Kolbenringe erneuert worden. Dass in diesem Zug auch eine neue Zylinderkopfdichtung verbaut wurde, ist selbsterklärend. Außerdem wurde die Schwungscheibe gewuchtet. Abschließend wurde der neu zusammengesetzte Motor feineingestellt. Um die Überarbeitung zu vollenden, ist zuletzt im Juli 2015 die Instandsetzung der Getriebehauptwelle durchgeführt und die Einstellung der Einspritzpumpe optimiert worden.

Im Oktober 2019 erfolgt schlussendlich der Ankauf durch Mechatronik. Wir übergeben diesen wunderschönen 300 SL Roadster mit einem frischen Service und neuem TÜV, sowie zusammen mit sämtlichen original Dokumenten, welche in Ihrer Ausführlichkeit in dieser Form heute nur noch sehr selten anzutreffen sind. Für Detailfragen wenden Sie sich gerne jederzeit an unser Verkaufspersonal.