Mercedes-Benz W100 600 Pullman

  • Unrestaurierter Originalzustand
  • Umfangreich dokumentierte Historie
  • Aus dem Besitz von Robert E Petersen
Baujahr:1966
Lackierung:Schwarz
Interieur:Leder rot
Schaltung:Automatik
Kilometerstand:37.743 KM
Leistung:250 PS
Kraftstoff*:Benzin
Preis:371.000,- € (inkl. 19% MwSt.)

* Verbrauch: 18,3 l nach Richtlinie DIN 70030, ermittelt bei 3/4 der Höchstgeschwindigkeit, maximal 110 km/h, unter Zuschlag von 10 %

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Der Mercedes-Benz W100 600 Pullman

Der Mercedes-Benz 600, intern als W 100 bezeichnet, war in den 1960er und 1970er Jahren das Staats- und Repräsentationsfahrzeug von Daimler-Benz. Die Ursprünge des 600ers liegen in der Mitte der 1950er Jahre. Fritz Nallinger, führender Entwickler bei Daimler-Benz, betrieb die Entwicklung eines Wagens auf dem Stand des technisch Machbaren. So erhielt der Wagen unter anderem Luftfederung, Automatikgetriebe, Servolenkung und -bremsen. Die Entwickler zogen auch ein Modell mit verlängertem Radstand in Betracht. Bald zeigte sich, dass ein wirtschaftlicher Erfolg mit diesem Auto kaum möglich sein würde, da der Anteil der Entwicklungskosten bei den zu erwartenden geringen Stückzahlen für ein Exemplar bei 37.000 Mark läge – das fertige Automobil kostete 1964 ab 56.500 Mark. Über seine gesamte Bauzeit war der Mercedes 600 stets ein Zuschussgeschäft, das Daimler-Benz vor allem aus Imagegründen betrieb. Die Baureihe debütierte im September 1963 auf der IAA in Frankfurt. Knapp zwei Wochen vorher war der 600 zehn Fachjournalisten aus aller Welt vorgestellt worden. Der „Große Mercedes“ wurde sehr positiv in der Öffentlichkeit aufgenommen Die Ausstattung der Limousine umfasste vieles, was zur damaligen Zeit technisch möglich war, und noch Jahrzehnte später bei heutigen Fahrzeugen nicht selbstverständlich ist. Beispielhaft sind zu nennen: Luftfederung, ein umfassendes hydraulisches Servosystem (so genannte „Komforthydraulik“), eine elektrisch regulierbare Heizungs- und Lüftungsanlage, Klimaanlage, hydraulisch verstellbare Sitze vorn, hydraulisch verstellbare Sitzbank hinten, hydraulische Fensterheber und ebenfalls hydraulisch betriebene Schiebedächer (bei langem Radstand war auch ein hinteres Schiebedach bestellbar). Bemerkenswert war die im Vergleich mit üblichen Elektromotoren nahezu geräuschlose Hydraulik, die bei ausgeschaltetem Motor aber schnell an Kraft verlor. Der 600er war wesentlich für die Reputation von Mercedes-Benz und konnte damals im Fuhrpark vieler Staaten gefunden werden. Aber nicht nur österreichische, ägyptische und kubanische Staatsoberhäupter, oder der Papst selbst bewegten sich mit Hilfe eines Mercedes 600 fort. Auch David Bowie, Pablo Escobar, Coco Chanel und Elvis Presley fuhren das Inbild einer Staatslimousine. Schah Reza Pahlavi, der letzte iranische Schah soll sogar 20 Stück besessen haben. Gebaut wurde der 6,24 Meter lange und 1,95 Meter breite 600 Pullman nur 429 Mal. Das Leergewicht von 2770 Kilogramm wurde großflächig durch den Radstand von 3,9 Metern verteilt. Dennoch schafft der Mercedes es von 0 auf 100 in knapp 10 Sekunden und erreicht bis zu 200 km/h mit Hilfe der Vierstufen-Wandlerautomatik. Dies ist seinem 6,3-Liter-V8-Motor mit 250 PS zu verdanken, welcher um 100 Kubikzentimeter größer und um einiges moderner als das damalige Rolls-Royce-Triebwerk ist.

Der hier angebotene Mercedes-Benz 600 Pullman wurde Anfang 1966 von Bremen nach Los Angeles verschifft und von seinem Erstesitzer, Robert E. Petersen, Gründer des Petersen Automotive Museum, in Empfang genommen. Petersen war erfolgreicher Verleger sowie Gründer von diversen Zeitschriften und Magazinen wie „Hot Rod“, „Guns & Ammo“, „Motor Trend“ oder „Motorcyclist“. Sie spiegelten seine Hobbies und Interessen und brachten ihm 2013 sogar einen Platz in der amerikanischen „Motorsports Hall of Fame“. Demnach war es keine Überraschung, dass sich der automobil-verliebte Petersen im Laufe der Zeit eine beachtliche Privatsammlung anlegen würde. Das Fahrzeug wurde von Petersen direkt bei Mercedes-Benz of Hollywood erworben. Aus den Fahrzeugpapieren geht hervor, dass das Fahrzeug am 28.02.1966 zum ersten Mal auf die Petersen Publishing Co. zugelassen wurde. In den nachfolgenden Jahren wurde das Fahrzeug regelmäßig genutzt, wie man an den festgehaltenen Kilometerständen in den Rechnungen der Werkstätten erkennen kann. Petersen kümmerte sich außerordentlich gut um das Fahrzeug und scheute keine Kosten. So wurde der 600 Pullman sehr aufwändig in Stand gehalten und regelmäßig gewartet, sowie bei Notwendigkeit repariert. Nennenswert waren hierbei im September 1984 eine Überholung der Bremsanlage für über 8400$, das Lackieren einer Tür nach einem Lackschaden, ein umfassender Service bei dem auch die Auspuffanlage überholt wurde im August 1992 für über 3,100$, sowie eine umfassende Wartung und Instandhaltungsarbeiten im Jahr 1999 bei der sowohl Hydraulik, als auch die Klimaanlage und Bremsanlage des Fahrzeugs auf Vordermann gebracht wurden. Auch ließ Petersen ein Becker Grand Prix Radio einbauen, für welches jegliche original Papiere vorhanden sind. Nachdem Petersen 1994 sein Automobilmuseum eröffnete, wurde der 600er als Prunkstück des Museums genutzt. Dennoch oder gerade deshalb, wurde das Fahrzeug nie vernachlässigt, wie Rechnungen der anschließenden Jahre beweisen. Obwohl Petersen seine Firma 1996 für 450 Millionen Dollar verkaufte, blieb das Fahrzeug in Privatbesitz. Am 8.07.2000 erfolgte eine Zulassung auf die Firma Peterson Properties mit dem Nummernschild „SCANDIA“. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Fahrzeug 36.833 Meilen auf dem Tachometer. So verweilte das Fahrzeug weiterhin in Amerika, bis es am 12.10.2005 über den bekannten Otto Althaus, an einen niederländischen Händler vermittelt wurde, welcher das Fahrzeug wiederrum an eine niederländische Investmentgesellschaft verkaufte. Nachdem das Fahrzeug im Dezember 2005 nach Rotterdam verschifft und anschließend an seinen neuen Besitzer geliefert wurde, erhielt das Fahrzeug im selben Monat ein Wertgutachten und wurde anschließend am 5.01.2006 auf die Investitionsgesellschaft zugelassen. 37.172 Meilen hatte das Fahrzeug zu diesem Zeitpunkt zurückgelegt. In den Jahren 2010 und 2011 wurde sowohl die Bordelektronik und Klimaanlage, als auch die Hydraulik überholt, wobei auch eine umfangreiche Fotostrecke vom Innenleben des Fahrzeugs angefertigt wurde. Im Jahr 2013 konnte das Fahrzeug schlussendlich von der Mechatronik Sammlungsverwaltung erworben werden und wurde am 04.09.2013 aus den Niederlanden ausgeführt. Zu betonen ist die umfassend dokumentierte Historie dieses Fahrzeuges sowie Papiere und Zubehör die dem Fahrzeug beiliegen. Neben originalen Mercedes-Benz Service Durchschlägen und Unmengen an Werkstattrechnungen, wurden vor allem extrem interessante und wichtige Dokumente wie Lieferpapiere, Handbücher und Nutzeranleitungen für Auto und Radio, Fahrzeugscheine und -briefe, Zulassungsbescheinigungen und Datenkarten aufgehoben und belegen die Fürsorge die dem Auto zuteilwurde. Für weitere Detailinformationen steht Ihnen unser Verkaufspersonal jederzeit gerne zur Verfügung.