Bugatti Typ 37/44

  • Umfassend dokumentierte und spannende Historie
  • Optimiert für historischen Motorsport
  • Prominenter Vorbesitz
Baujahr:1927
Lackierung:Blau
Interieur:Leder rot
Schaltung:Manuell
Kilometerstand:-
Leistung:ca. 140 PS
Kraftstoff*:Benzin
Preis:390.000,- € (keine MwSt. ausweisbar)

* Verbrauch: 15,3 l nach Richtlinie DIN 70030, ermittelt bei 3/4 der Höchstgeschwindigkeit, maximal 110 km/h, unter Zuschlag von 10 %

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Der Bugatti Typ 37/44

Als der 19-jährige Ettore Bugatti im Jahr 1900 sein erstes vierrädriges Automobil konstruierte, hätte er sich wohl kaum erträumen können welche Erfolgsgeschichte damit beginnen sollte. Denn bereits neun Jahre später öffneten sich zum ersten Mal die Tore seines eigenen Automobilwerks. Durch hervorragende Ingenierskunst sowie Rennerfolgen en masse, sollte sich „Automobiles Ettore Bugatti“  in den kommenden Jahren seinen Platz in der Geschichte des Automobils erobern. Eine nicht gerade zu vernachlässigende Rolle an diesem Werdegang spielte der Bugatti Typ 35.  Er gehört zu den erfolgreichsten Rennwagen aller Zeiten. Über 2.000 Siege fuhr der offene Sportwagen des französischen Herstellers zwischen 1924 und 1930 ein und wurde damit zur Motorsport-Legende. Hinzu kam ein schlichtes und elegantes Design. Die elegante, wohlproportionierte Karosserie mit einer schlanken und leichten Hülle sowie einem spitzen Heck bestand aus einer selbst entwickelten Speziallegierung. Durch den breiteren Kühler, der erstmals unten abgeflacht war, wirkte der Type 35 präsenter auf der Straße. Nicht umsonst gilt der Type 35 als schönster Rennwagen der Epoche. Mit dem Typ 37 stellte Ettore Bugatti 1925 einen neuen Vierzylinder-Sportwagen als Nachfolger der Brescia-Modelle vor. Das Chassis blieb hierbei das des legendären Typ 35, der Motor aber war eine Neukonstruktion, im Erscheinungsbild rechtwinklig und glattflächig wie der Reihenachtzylinder des Typ 35 und ebenso mit je drei Ventilen pro Zylinder ausgestattet, geöffnet von einer obenliegenden Nockenwelle. Der Kurbeltrieb des 1,5 Liter großen Vierzylinders lief jedoch auf Gleitlagern statt auf Wälzlagern wie beim Zweiliter-Achtzylinder. Die schnittige, besonders schmal gehaltene Grand-Prix-Karossierung des Zweisitzers war ebenso vom Kühler in Hufeisenform und dem Spitzheck geprägt, der Typ 37 wurde jedoch mit Drahtspeichenrädern anstelle der Leichtmetallräder des Typ 35 geliefert. Die einfach zu demontierende Lichtanlage sowie ein Tachometer blieben die einzigen serienmäßigen Zugeständnisse an den Straßenbetrieb, denn ebenso wie der Typ 35 war auch der Bugatti Typ 37 als Sportgerät gedacht.

Dieser Wagen begann seine Karriere als Bugatti 37 mit einem 1,5-Liter-Motor, im Besitz der Ehefrau von John Houldsworth, welche mit ihm leidenschaftlich gern Rennen fuhr. Dabei erlitt der Wagen einen schweren Motorschaden. Houldsworth, ein Bugatti-Enthusiast, wandte sich an einen Spezialisten, der ebenfalls mit Bugattis an Rennen teilnahm, Jack Lemon Burton, und schlug vor, den Wagen selbst anzukaufen. Was Burton in den 30er Jahren prompt tat. Er baute sich damit einen mehr als wettberwerbstauglichen Rennwagen auf, der auf Grand Prix Strecken, wie auch auf Bergrennen zu überzeugen wusste. Anstelle des bescheidenen 4-Zylinder-Originalmotors entschied er sich für den Einbau eines 3-Liter-8-Zylinder-Bugatti-Motors vom Typ 44, doppelt so groß wie der Motor des Typ 37 und mit einem Kompressor versehen. In einem Brief vom 23. Juli 1976 erinnert er sich: "Das war harte Arbeit. Da der 3-Liter-Motor wesentlich länger als der ursprüngliche 1,5-Liter-Motor war, wurde der Wagen an Motorhaube und Motorhalterungen modifiziert. Die Vorderachse wurde durch ein breiteres Element vom Typ 43/44 mit größeren Bremsen ersetzt, welche für das höhere Gewicht besser geeignet war. Das Getriebe und die Hinterachse stammten von einem Grand-Prix-Bugatti, es handelt sich um ein ENV Getriebe, welches sich noch immer im Fahrzeug befindet. Anschließend erhielt das Fahrzeug eine Monoplace Karosserie, die es Jack Lemon Burton ermöglichte mit seiner Maschine erfolgreich an verschiedenen Bergrennen und Sprintveranstaltungen teilzunehmen.

Burton verkaufte den Wagen nachfolgend an seinen Freund Kenneth Bear, ebenfalls ein Bugatti-Enthusiast. Bear fuhr den Wagen ohne den Kompressor, angetrieben von vier Vergasern, nochmals erfolgreicher als sein Vorgänger und belegte 1939 bei einem Bergrennen in Prescott den zweiten Platz, direkt hinter dem Typ 59 von Arthur Baron. Als er Ende der 1940er Jahre starb, wurde der Wagen von Bert Raven gekauft, der damit weiter an Wettkämpfen teilnahm und Ende der 1950er Jahre einige gute Ergebnisse erzielte. Er behielt den Bugatti bis zu seinem Tod Ende der 1980er Jahre. Anschließend wurde das Fahrzeug vom Spezialisten Ivan Dutton restauriert und von Dan Margulies, einem der angesehensten britischen Händler, zum Verkauf angeboten. Die Kopie eines Briefes, welche uns vorliegt, des Bugatti Owners Club aus dem Jahr 1992, bestätigt, dass der Wagen vor dem zweiten Weltkrieg von Jack Lemon Burton umgebaut wurde und ein originales Bugatti Grand Prix Chassis mit der Nummer 557 besitzt. Die Windschutzscheibe entstammt der Marke Avro, die Karosserie besitzt eine Ettore Bugatti-Karosserieplakette, die im Cockpit angebracht ist. Die Registriernummer NPH 254 stammt vom August 1949. Der Motor ist mit der Nummer 686 gestempelt. Zugelassen zu VSCC und anderen historische Veranstaltungen, besitzt dieses Fahrzeug ausserdem einen Motor, der spürbar leistungsstärker ist als der Originalmotor. Der Wagen besitzt eine für damalige Verhältnisse ungewöhnlich hohe Leistung, mit der Kraftentfaltung eines "Muscle Cars", das seiner Zeit voraus war. Durch den gegenwärtig verbauten Motor, eingesetzt als direkte Folge des Ausfalls des Originalmotors, ist dieses Fahrzeug typisch für Modifikationen, welche von erfahrenen Enthusiasten durchgeführt wurden, was dieses Fahrzeug zu einem aufregenden Zeugnis dieser Epoche macht und jene Enthusiasten anspricht, welche einen ernsthaften Einsatz im historischen Motorsport planen. Für weitere Detailfragen steht Ihnen unser Verkaufspersonal jederzeit gerne zur Verfügung. Bitte beachten Sie, dass Fahrzeugbesichtigungen grundsätzlich nur nach vorheriger Terminvereinbarung möglich sind.